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Fastenbrechen

Schon als ich noch in Ingolstadt lebte, bin ich in den letzten Jahren mehr oder weniger regelmäßig in eine Moschee gegangen, um Muslime zu treffen und mehr über den Islam aus erster Hand zu erfahren. Eine Sache, die ich dabei z.B. mitbekam war, dass das Fastenbrechen nach der Fastenzeit ein großes Fest ist, ähnlich dem christlichen Weihnachten. Seither hatte ich mir gewünscht, einmal auf einem solchen Fest dabeisein zu können.

Obwohl der Fastenmonat dieses Jahr schon vor ein paar Wochen abgeschlossen wurde, hatte ein lokaler Kulturverein zu diesem Zeitpunkt keine geeigneten Lokalitäten mehr anmieten können. Deshalb holte man es an diesem Wochenende nach – und während Karen und ich am vergangenen Samstag wieder einmal „Medvandrare“ bei unserem Partner Reningsborg waren (am Samstag war außerdem 20-jähriges Reningsborg-Jubiläum mit viel Torte und Rabatt und extra vielen Kunden) erhielten wir eine Einladung zum Fastenbrechenfest! Das war eine große Ehre für uns, und für mich obendrein die Erfüllung eines Traumes.

Leider wurde Karen am Tag des Festes richtig krank, so dass sie nicht mitkommen konnte. Aber mein Freund Markus von Oehsen vom Bund FeG, der gerade bei uns zu Besuch war und der die Einladung am Samstagvormittag ebenfalls erhalten hatte, konnte mitkommen. Die Gastfreundschaft dieser Kulturen ist für uns Europäer einfach nur überwältigend (und abgesehen von den Pommes und der Lidl-Cola gab es nur traditionelles Essen und das bis zum Platzen), und ebenso überwältigend ist es, wie leicht und natürlich es ist, mit Muslimen über Gott und Glauben zu sprechen. Während dieses Thema bei den meisten Europäern am liebsten ausgeklammert oder zumindest schnell wieder beendet wird weil es sich leicht peinlich und unangebracht anfühlt, so ist es das natürlichste auf der Welt, mit Muslimen stundelang darüber zu diskutieren. Ich kann davon erzählen, dass ich Pastor und Bibelschullehrer bin, und schon ist man mitten drin im Thema. Natürlich kommt man bald auf entscheidende Unterschiede oder Auffassungen zu sprechen, über die man bei einer Tasse Tee nach einem guten Essen sehr gut diskutieren kann.

An nur diesem, einem Abend habe ich einige neue Freunde gefunden und sehr, sehr viel Neues dazugelernt. Ich hoffe und wünsche, dass ich viele von ihnen wiedertreffen werde, irgendwo in Angered vielleicht oder auf einem anderen Fest. Vielleicht können wir sie ja auch mal einladen. Und hoffentlich können wir noch viel über „Isa“ (Jesus), Koran und „Injil“ (Neues Testament) diskutieren.

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