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Kleine Buchkritik: „Wüstenväter für Manager“

„Wüstenväter“ und „Manager“ – das passt ungefähr zusammen wie „Iron Maiden“ und „Nonnenkloster“. Dieser Kontrast zog mich an. Und siehe da: Das Buch war es wert, gelesen zu werden. Die Wüstenväter waren Menschen, die sich in den ersten Jahrhunderten als Einsiedler und Eremiten in die ägyptische Wüste zurückzogen, um dort den Kampf gegen das Ego aufzunehmen. Manager sind Menschen, die heutzutage ausziehen, um oft mithilfe des Egos den Kampf um bessere Bilanzen aufzunehmen. Was haben also heutige Manger und damalige Wüstenvätern gemeinsam? Oder: Was können sie voneinander lernen?

Mir gefällt, wie der Autor mit einer sachlich-lässigen Art die menschlichen Unzulänglichkeiten in der heutigen Geschäftswelt offen beschreibt und Vorschläge macht, wie sich der spirituell interessierte Manager von den Wüstenvätern inspirieren lassen kann. Mir gefällt auch, dass dies ein eindeutig deutsches Buch ist, von einem deutschen Autor geschrieben, der die Verhältnisse in deutschen Unternehmen offenbar genau kennt und sagen kann, was hier Not tut. Wer also in Deutschland ein guter Chef sein oder werden will, sollte dieses Buch lesen. Wer Deutscher ist und im Ausland ein guter Chef sein oder werden will, muss dieses Buch unbedingt lesen. Leider ist der Preis des Buches auch an echte Mangergehälter angepasst. Obwohl das Buch wirklich gut ist, wage ich zu bezweifeln, ob es diesen Preis wert ist. Einen Topverdiener mag das nicht kratzen, aber ich finde, auch „ganz normale“ Leiter an der Basis, ach, was sag ich, eigentlich sollten alle (deutschen) Vorgesetzte solche Bücher zu lesen kriegen, oder?! 
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