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Adventliche Frühlingsgefühle

Nein, nicht wegem dem Wetter. Das ist zwar auch nicht grad winterlich, absehen von gelegentlichen Hagelböen. Es ist wegen dem vielen „Hosianna!“ Wenn man in Schweden einen Adventsgottesdienst besucht dann hört man – ganz bestimmt am ersten Advent – eine Palmsonntagspredigt. Einzug in Jerusalem. Mit Pauken und Trompeten. Sehr festlich. Viele schwedische Adventslieder handeln vom Herrn, wie er auf dem Füllen reitet. Theologisch und intellektuell sonnenklar und eindeutig nachzuvollziehen: Einzug, Ankunft, Advent, logisch. Emotional fühle ich mich als Deutscher nach einem solchen Gottesdienst aber eher etwas planlos und verwirrt. Während die meisten Einheimischen weihnachtlich berauscht von dannen schweben bleibe ich mit offenem Mund in der tiefstehenden Dezembersonne zurück und frage meine deutsche Frau: „Feiern wir dann jetzt bald Ostern, oder doch Weihnachten?“ Die Antwort ist üblicherweise ein Stirnrunzeln. Kombiniert mit einem kurzen, wortlosen Schulterzucken. Deutsche sind anders. Schweden auch. Deswegen mögen wir es, hier zu sein. 
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