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Die Stichprobe probt stich. Ein Gemeindegründer…? Ein typisch untypischer Dienstag.

Dienstag, der Pastorenmontag. Heute ist Personaltreffen angesagt. Alle CA-Mitarbeiter treffen sich von 9 bis max. 11. Heute ist auch Don (der von gestern Abend) zu Gast.
Jedes Treffen beginnt mit einer kurzen Andacht und einer Gebetsgemeinschaft (das heißt, dass nicht nur einer betet, sondern jeder ein freies Gebet sprechen kann).

In unserem Büro haben wir ein Whiteboard an der Wand hängen mit einem Wochenplan. Jeder schreibt für jeden Tag einen Post-it-Zettel mit den Dingen, die er oder sie für diesen Tag geplant hat. Bevor man seine Zettel für den jeweiligen Tag auf’s Whiteboard heftet, nimmt man die Zettel der vergangenen Woche herunter und berichtet allen, wie’s gelaufen ist – was hat geklappt oder nicht geklappt, was lief wie geplant, was nicht, was können wir feiern, wo ist Hilfe nötig. Auf diese Weise werden alle im Team auf dem neuesten Stand gehalten und jeder weiß, was gerade so los ist.

Diese Woche gibt es noch ein paar organisatorsiche Fragen. Wir stellen die Frage in den Raum, was wir im Herbst ändern wollen oder müssen, wenn wir dort mehr Fokus auf Gemeindegründung legen wollen (ich berichtete ja vor einigen Tagen davon). Außerdem hat Don, der heute ja zu Gast ist, ein paar Fragen an uns.

Vom Teamtreffen begebe ich mich direkt zu einem Treffen der ALT-Studenten, die zweieinhalb Tage eine Art Studienfreizeit in Göteborg haben. Ich war gebeten worden, am Dienstagnachmittag auch mit dabei zu sein, vor allem, weil dann auch ALT-Personaltreffen mit allen Kollegen ist.

Als ich aus dem Bus aussteige klatscht sich ein leicht punkmäßig gekleideter junger Mann mit langem Pferdeschwanz an der Haltestelle mit einem lautem „NEIN!“ an die Stirn. Er sieht verzweifelt aus. Auf meine Frage, was denn los sei stellt sich heraus, dass er aus Stockholm ist und seinen Koffer im Zug vergessen hat. Im Koffer befanden sich lebenswichtige Medikamente, die er mehrmals täglich nehmen muss. Es ist möglich, sich spontan das Auto von einem der ALT-Studenten zu leihen und ich fahre ihn zu einer Apotheke. Dort gibt es aber nicht alle diese spezielle Medizin und wir sind gezwungen, ins Krankenhaus zu fahren. Dank des schwedischen Systems mit Personennummer und papierlosen Rezepten (muss ja auch Vorteile haben…!) bekommen wir alles, was er braucht. Wir kaufen auch noch etwas Kleidung und Hygieneartikel ein. Es stellt sich heraus, dass dieser junge Mann der Schlagzeuger einer Hardrockband ist. Nach einer geglückten Lungentransplantation spüre er die zweite Chance, die Gott ihm gegeben habe. Wenn ich mal wieder nach Deutschland gehen sollte, um dort Kirchenarbeit zu machen, wolle er mit mir kommen.

Den Rest des Tages verbringe ich mit ALT auf Sjöatorp. Gegen halb zehn bin ich wieder daheim.

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