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Liebe deine Stadt!

(Foto: Mike Kurtyka, PowerPoint: Andrew Perriman)

Außer Jesus zu lieben und seinen Nächsten zu lieben gilt es auch, „der Stadt Bestes“ zu suchen, sich als Gemeinschaft von Jesusnachfolgern bewusst in die Brennpunkte der eigenen Umgebung einzubringen. Das Evangelium ist unglaublich viel mehr als nur meine eigene „Ich-und-Jesus-Story“, die heutzutage zur Genüge in unseren Gottesdiensten gepflegt wird. „Ich und Jesus“ – oder vielleicht sollten wir zumindest „Jesus und ich“ sagen – ist natürlich auch wichtig, aber es geht längst nicht nur um mich, mein Heil, mein Wohl, meinen Platz im Himmel, usw. Der tiefste Kern des Evangeliums ist im Grunde eine Kampfansage an die Herrscher dieser Welt: Jesus ist der Herrscher und ihr nicht. Völlig egal, wer amerikanischer Präsident wird, denn eins steht jetzt schon fest: Er wird nie der Herrscher sein, der er gerne wäre. Kein Kanzler, auch kein weiblicher, keine EU und kein ESM kann irgendetwas retten. Die Urbotschaft der guten Nachricht lautet: „Jesus ist Herr und nicht der Kaiser!“ Mit diesem Bekenntnis lehnen Jesusnachfolger konsequent ein korruptes, dreckiges, militärisiertes, machtgeiles, geldanbetendes, heuchlerisches System ab und folgen dem wahren Herrscher. Jesusnachfolger verüben im Prinzip Hochverrat an ihrer irdischen Bürgerschaft. Gleichgültig, welchen Pass sie auch tragen mögen, sie laufen zur anderen Seite über – zur himmlischen Seite und nehmen im Geheimen die himmlische Bürgerschaft an. Verräter wurden schon immer besonders hart bestraft – und die Geschichte beweist mit ekelerregender Brutalität, wie hoch der Preis sein kann, Jesus zum Herrn zu haben und nicht den Kaiser.

Aber Jesusnachfolger tun noch viel mehr: Sie werden vom wahren Herrscher dieser Welt als Undercover-Agenten wieder zurückgeschleust in das schmutzige System dieser Welt. Hier sollen sie Vorposten des neuen Reiches aufstellen, Zelte, in denen der Duft des kommenden Reiches geschnuppert werden kann, wo man Klänge der Gerechtigkeit hören, Liebe kosten, Hoffnung fühlen und Zukunft verstehen kann. Das können und sollen in erster Linie natürlich die Gemeinden sein, die Stadt auf dem Berge. Doch Gemeinde kann so viel mehr bieten als „nur“ Gottesdienste, solange sie vom Himmelreich getränkt bleibt. Man werfe allein einen Blick auf unser ganzes heutige Sozialsystem zum Beispiel. Es hat seine Wurzeln darin, dass vor langer Zeit zuverlässige Jesusagenten und Jesusagentinnen das Himmelreich dort gelebt haben, wo es am nötigsten gebraucht wurde: An den Brennpunkten der Gesellschaft, bei den Kranken und Bedürftigen. Auf diese Weise haben die Botschafter Christi buchstäblich Geschichte geschrieben.

Was ist unsere Aufgabe heute? Wo wird das Himmelreich in meiner, in deiner Stadt am meisten gebraucht? Wohin sendet der Herr meine Gemeinde und mich sowie dich und deine Gemeinde? Wie kann das Reich der Nächstenliebe in dem korrupten, gefallenen System meiner Umgebung gelebt werden? Wie bilden wir wohtuende, farbige Kontraste im Schwarzweiß der gefallenen Gesellschaft? Das sind Fragen, deren Antworten mehr als nur einen Kuscheljesus zum Schoßsitzen erfordern. Und es erfordert die Bereitschaft, unter Umständen einen hohen Preis dafür bezahlen zu müssen.

Jesus zu lieben, seinen Nächsten zu lieben, seine Stadt zu lieben und all das im Auftrag Seiner Majestät, dem Auferstandenen, so ungefähr könnte das diesjährige „Connect“ an den Ausläufern der schottischen Highlands zusammengefasst werden. Ich wünsche mir, dass diese Konferenz viel und nachhaltig Frucht tragen wird.

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