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Wenn der Tod kommt

Jeder wünscht sich eine heile Welt. Der sprichwörtliche „Himmel auf Erden“ wurde so oft besungen und rezitiert, dass er wie ein Kaugummi schmecken muss, das von einer ganzen Schule seriell durchgespeichelt und ausgelutscht wurde. Und dennoch nimmt man es gerne noch einmal selbst in den Mund. Unsere Himmelssehnsucht ist ein merkwürdiges Geheimnis.

Ganz besonders wünschen sich Eltern eine heile Welt für ihre Kinder und erlauben ihnen deswegen kleine Freuden und Freiheiten – so schrieb die Süddeutsche gestern nach dem Attentat in Manchester. Doch wenn gerade bei diesen Freuden unsere heile Welt zerfetzt wird, kommt die Erschütterung und damit die Fragen. Fragen, auf die es keine einfache Antworten gibt.

Die ohnehin nicht leichten Antworten fallen umso schwerer, wenn man sie nach der Explosion, nach dem Unfall, nach dem plötzlichen Tod finden will. Irgendetwas in uns hatte es nicht zugelassen, solche Fragen zu stellen, als noch die Sonne schien. Irgendwie waren wir nicht in der Lage, vorher miteinander darüber zu reden. Wahrscheinlich war es unsere Illusion der heilen Welt, die uns davon abhielt.

Doch nach dem Attentat ist vor dem Attentat. Im April war’s Stockholm, im Mai Manchester, wer weiß schon, wo der nächste Anschlag im Juni geschehen mag. Jetzt ist die Zeit, mit sich selbst in Klausur zu gehen, mit Freunden, Familie und vor allem seinen Kindern darüber zu reden.

Der Artikel der Süddeutschen Zeitung gibt gute Hilfestellung. Er fordert vor allem dazu auf, solche Fragen weder zu verdrängen noch herunterzuspielen. Schließlich geht es um Leben und Tod. Doch eins kann keine Zeitung, kein Blog, kein Psychologe: Ein stabiles Lebensfundament geben. Den Sinn des Lebens entdecken. Das kann nur jeder ganz für sich allein. Menschen, die einen Sinn entdeckt haben, der deutlich größer ist als sie selbst, werden mit Krisen besser fertig.

Denn jeder Mensch, und da gibt es keine Ausnahme, funktioniert auf der Basis von Glaubensgrundsätzen. Jeder hat gleich viel Glaube. Es gibt nur jene, die ganz genau wissen, was sie glauben und andere, die es wissen nicht. (Letzteres verwechselt man gerne mit „Ich glaube nichts!“.) Ein guter Anfang zum Angriff schwerer Lebensfragen ist es also, herauszufinden, was man eigentlich glaubt und auf welchem Glaubensfundament das eigene Leben fußt.

Wunder darf man dabei nicht erwarten. Selbst wer heute schon seine Suche beginnt, wird bis zum nächsten Attentat kein befriedigendes Fundament gegossen haben. Mit sehr viel Glück hat man bestenfalls sein Grundstück abgesteckt.

Eine Sache möchte ich abschließend noch empfehlen: Das Gespräch mit weisen Christen suchen. Ich betone: Weise Christen, nicht irgendwelche. Man spürt schnell, wer in diese Kategorie fällt und wer nicht. Christen empfehle ich, die Weisheit selbst zu suchen. Unser Glaube ist nicht die Kirsche auf der Sahnehaube, unser Glaube ist das Fundament. Dazu muss man ganz nach unten. Das Fundament wird im Dreck gelegt.

Wer den empfehlenswerten Artikel in der Süddeutschen gerne selbst lesen möchte, kann ihn hier finden.

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