Zum Inhalt springen

Gott wird verboten. Amen auch.

Nyköping ist ein wirklich idyllisches Städtchen. Wahrscheinlich taucht es deswegen immer wieder als Kulisse in den (ehrlich gesagt nicht sehr schwedischen und recht kitschigen) Inga-Lindström-Liebesfilmen auf. Der Gemeinderat Nyköpings scheint indes nicht ganz so idyllisch drauf zu sein, wie ich heute Morgen in der Zeitung las. Dem ist nämlich kürzlich aufgefallen, dass eine Gemeinde in ihrem Kreis ihre Kinder vor dem Essen “Gott” für die Mahlzeit danken lässt, und das dann auch noch mit “Amen” abgeschlossen wird. Jetzt zieht man in Erwägung, die Worte “Gott” und “Amen” im Zusammenhang mit Tischgebeten zu untersagen. 

Vielleicht fragt sich nun jemand, ob das vielleicht ein schlechter Witz ist. 

Ist es nicht. 

Oder ob das wirklich deren Ernst ist. 

Ist es. 

Mancher mag sich dann fragen, wohin das alles noch führen soll und sehen darin vielleicht eine beginnende, mögliche Christenverfolgung. So weit würde ich nicht gehen, und die Frage, wo das alles herkommt interessiert mich hier mehr als die, wohin es führen könnte. Denn wenn wir die Herkunft verstehen, können wir mehr für die Zukunft tun, als nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. 

Eine andere, kurze Geschichte. 

Während ich dies tippe, sind meine Finger noch kalt vom heimradeln aus dem 17km entfernten Öjersjö, wo Anders-Petter Sjödin seine Gemeinde hat. Er ist Mentor für einen meiner Studenten, und wenn nicht gerade Pandemie ist, treffen wir uns zweimal jährlich. Heute erzählte er mir von den vielen, vielen Extrabeerdigungen während der Pandemie. Vor allem aber, wie sehr die Trauernden geistlich auf der Suche seien und wieviel Zeit es brauche, als Pfarrer Vertrauen aufzubauen, doch dass genau dies mit viel Geduld und Liebe noch möglich sei und auch so dringend in dieser Zeit gebraucht werde. 

Wer sich an die vergangenen acht LichtClips erinnert, versteht vielleicht, dass wir Christen nicht selten selbst dazu beigetragen haben (oder manchmal sogar immer noch dazu beitragen?!), wenn “Gott” heute verboten werden soll, obwohl gleichzeitig so viele auf der Suche nach ihm sind, oft, ohne es zu wissen. Hier in diesem Land wird christlicher Glaube meist als gesetzlich, als Zwang und etwas Sektiererisches gesehen, wovor es Kinder zu schützen gilt. Wenn die Freiheit von uns Christenmenschen wirklich wieder zu dem werden soll, wozu Christus uns berufen hat, dann müssen wir lernen, Freiheit besser zu übersetzen. Darum geht es im Clip Nummer neun.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.