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„Warum sollte ich ausgerechnet in euren Himmel wollen?“

Immer mehr Menschen sorgen sich, das Leben auf der Erde könnte in wenigen Generationen das Zeitliche segnen. Vor allem die junge Generation ist aufgrund der immer deutlicheren Entwicklungen beunruhigt. Unterdessen glauben Christen an das ewige Leben im Himmel. Ist der Himmel die Hoffnung, die uns zu großer Tatkraft motiviert?

Neulich erzählte mir ein Freund von seinem Gespräch mit einem Pastor: „Herr Pastor, erklären Sie mir doch mal genau, warum ich ausgerechnet in Ihren Himmel kommen will.“ Wie hättest du reagiert? Wie leicht wäre dir eine Antwort gefallen? Mir gefällt die Frage nach dem Himmel sehr. Sie schießt uns stracks zum Kern der Sache, zum Ziel und Zweck des Evangeliums. Wer nämlich mehr als stumpfe Traditionschristen will, muss sich fragen: Warum will ein aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts überhaupt an Jesus glauben?

Wer hier nicht überzeugt, wird nur wenige motivieren, Jesus als „Erlöser“ in Erwägung zu ziehen. „Erlösung, ähm, von was nochmal?“ Und vor allem: Wozu erlöst er uns? Zum Himmel? Zum Himmel auf Erden? Zur Mitgliedschaft in einer Freikirche? Was ist unsere neue Bestimmung? Denn solange der Himmel das Endziel unserer Guten Nachricht ist, habe ich eine schlechte: Der Himmel der Christen törnt nicht wirklich an.


„Viele Christen, mit denen ich sprach, stellen sich den Himmel als ewigen Gottesdienst vor, als nimmer endenden Chorgesang auf Wolken – ein großes Kirchenlied nach dem anderen. Für immer. Und ewig. Amen. Und mein Herz wird schwer. Für immer und ewig? Das ist alles?! Soll das etwa die ‚Gute Nachricht‘ sein?!“

John Eldredge

Auf Wolken schwebend täglich Kirchenlieder schmettern kann sicher ganz lustig sein – so für die ersten 150 Jahre, aber dann?! Auf güldenen Straßen wandeln? Goldene Pflastersteine mögen ebenfalls ein interessanter Anblick sein, doch wirklich mein Geschmack sind sie nicht. Und den Marathon der Ewigkeit darauf laufen zu müssen klingt nicht gerade nach stimulierender Abwechslung.

Oft folgt an dieser Stelle die achselzuckende Bemerkung „Naja, wir können doch nicht wissen, wie’s im Himmel ist!“ Oh-ha! Ist das wirklich alles, was wir zu bieten haben?! Ist das die große Vision, das erstebenswerte Ziel, der tiefste Zweck vieler tausend Jahre Heilsgeschichte: Wir wissen’s selber nicht genau?! Was bleibt dann für jene im Angebot, die gerade nichts sehnlicher als große Hoffnungen brauchen, weil sie an den großen Fragen ihrer konkreten Zukunft verzweifeln?

Ich will einen Versuch wagen, kurz zu erklären, warum ausgerechnet die große Hoffnung für viele Christen nur trockene Theorie bleibt. Wie immer müssen wir dazu in die Geschichte schauen. Und zu den Quellen unserer Weisheit schreiten, Heilige Schrift und Heiliger Geist.


„Glaube, Liebe, Hoffnung, doch die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Paulus

Glaube, Liebe, Hoffnung. Paulus beschreibt in seinem berühmtesten Kapitel die drei Grundwerte der Gemeinde, denen alles entsprechen muss – tut’s das nicht, sollte es als sinnloser Ballast über Bord geworfen werden. Doch warum ist die Liebe die größte? Weil sie nie aufhören wird. Glaube wird sein Ende finden, wenn wir Gott sehen können. Hoffnung verschwindet mit Glücksgefühlen und Befriedigung, sobald sie sich erfüllt. Die Liebe aber wird weitergehen. Von Ewigkeit zu Ewigkeit. Womit wir bereits festhalten können, dass alles, was uns hier und heute schon an der Liebe fasziniert und motiviert, auch im Himmel zu finden sein wird. Denn die Liebe hört niemals auf.

Glaube

Über den Glauben, unser vielleicht logischstes Markenzeichen, will ich hier bloß sagen, dass nur ein konkreter Glaube konkrete Hoffnung hervorbringen wird. Im Umkehrschluss bedeutet das: schwammige Hoffnung wurzelt in schwammigem Glauben.

Liebe

Kirche und Gemeinde ist es in der Tat gelungen, (Nächsten-) Liebe zu einem ihrer markantesten Kennzeichen zu machen. Sei es durch große Konzepte wie Missionskrankenhäuser oder Kirchenasyl, sei es im Detail wie persönliche Seelsorge oder der ganz profane Umgang miteinander. Immer wieder höre ich Geschichten, wie Gemeinschaft unter Christen von Externen als fanszinierend, unbeschreiblich und extrem wertvoll beschrieben wird.

Hoffnung

Bei der Hoffnung wird es kniffliger. Denn sie setzt einen Zustand der Unsicherheit voraus, der das Hoffen erst nötig macht. Nur inmitten widriger Umstände können positive Erwartungen und Zuversicht wachsen. Eines der bekanntesten Beispiele dafür sind die immer noch beliebten Gospelsongs. Schmerz, Sklaverei und Unterdrückung boten den Nährboden für ein musikalisches Fest der Hoffnung, gesungen von rot blutenden Sklaven, nicht purpurroten Kardinälen. Denn lange vor „Swing low, sweet chariot“ ist die Hoffnung der Kirche daran gescheitert, dass die Kirche Europas immer viel zu fest im Sattel saß. Durch ihre Nähe zu Kaiser, König, Politik gab es stets reichhaltig Macht und Einfluss. Worauf sollte man mehr hoffen?! Die Kassen klingelten, Päpste, Bischöfe und Pfarrer waren hoch geehrte, öffentliche Personen. Ausgrenzung und Verfolgung war ihnen fremd. Die Welt bot ihnen mehr als der Himmel. In diesem Milieu wuchs natürlich keine Theologie der Hoffnung. Bis heute haben wir folglich versäumt, den „Himmel“ theologisch zu beschreiben, und die meisten glauben immer noch ernsthaft, man könne nicht wissen, wie oder was der Himmel sei. Obwohl die Bibel vor Hinweisen, plastischen Beschreibungen, Erzählungen und Gleichnissen nur so strotzt, verbleibt unser Bild der Ewigkeit ein sehr blasses und nebulöses.

Hölle

Was sich hingegen prächtig entwickelte, waren Theologien über Hölle, Qual und Fegefeuer. Das überrascht auch nicht, denn Drohungen sind immer bestens geeignet, seine Macht zu behalten oder sogar auszubauen. Dantes „Göttliche Komodie“ ist noch 700 Jahre nach ihrer Entstehung ein guter Spiegel westlicher Theologie: Hölle und Verdammnis sind tief und dominant, der Himmel aber flach und langweilig. Und das, obwohl die Bibel sehr, sehr viel weniger über die Hölle als den Himmel berichtet, doch die wenigen Stellen wurde so lange so betont und ausgeschmückt, dass sie theologisch immer noch zu den wichtigsten des Evangeliums gehören (oder wir sie als gebrannte Kinder trotzig ausblenden und Allversöhner werden). Entsprechend wurzelt unser Evangelium mehr in der Angst als in der Hoffnung: Es gilt, die Hölle zu vermeiden. Bloß keine Strafe, dieses Leben ist schon hart genug! Dafür nimmt man sogar einen furchtbar eintönigen Himmel in Kauf. Die biblische Heilsgeschichte wurde von der Erlösung des Kosmos zur kosmischen Gerichtsverhandlung degradiert, in der Milliarden Individuuen nacheinander von einer allmächtigen Legislative, Judikative und Exekutive abgefertigt werden. Durch diese unausgewogene Einseitigkeit wundert es nicht, wenn immer mehr Menschen des 21. Jahrhunderts ein Gottesbild des folternden Richters verwerfen und auf den Himmel der Christen pfeifen.

Plötzlich versteht man aber auch, warum Luther völlig verzweifelt nach einem gnädigen Gott suchte. Die täglichen Widrigkeiten seiner spätmittelalterlichen Umwelt wurden regelmäßig als Zorn Gottes gedeutet. In Luthers Welt, in der nur zwei von sechs Babies die Pubertät erlebten und viele Mütter starben, in einer Zeit voll Verbrecher und Henker zählte ein Menschenleben nicht viel. Gottes Groll, „Sünde“ und „Strafe“ muss so allgegenwärtig gewesen sein wie das Wetter. Als Luther den gnädigen Gott schließlich entdeckte, war das großartige gute Nachricht. Der Kern des Evangeliums wurde verständlicherweise die Erlösung von Hölle und Verdammnis. Für Luther & Co. war das „Himmel“ genug.


„So Kinder, jetzt machen wir’s uns gemütlich!

Mutti Hoppenstedt

500 Jahre später sterben nur noch sehr wenige Mütter im Wochenbett. Die meisten Babies der Erde werden schon früh geimpft, und ein rekordhoher Teil der Weltbevölkerung erhält Schulbildung – Mädchen eingeschlossen. Das Europa der Neuzeit kommt einem Paradies wirklich nahe. Keine lebensgefährlichen, wilden Tiere. Reisen ist selbstverständlich. Der Lebensstandard, die medizinische und soziale Versorgung ist ungewöhnlich hoch. Es ist wahrscheinlicher, durch Suizid umzukommen als durch Krieg. Menschen aller Schichten haben ungeahnte Entwicklungschancen. Die Sünde wurde als Bremsklotz abgeschafft; Angst vor Gottes Zorn quält heute kaum noch jemand. Fast alle Nachkriegsgenerationen Europas wurden kulturell von Aufschwung und stark steigendem Wohlstand geprägt. Der Bedarf an existentieller Hoffnung ist enstprechend geschrumpft. Das Diesseits gewinnt an Bedeutung und mit ihm eine diesseitige Spiritualität – das Jenseits verliert sie, der Himmel wird noch unwirklicher, als er ohnehin schon war. Die konkretesten Himmelsvorstellungen unserer Tage finden sich als kitschige Bilderbuchzeichnungen in Zeugen-Jehovas-Traktaten.

Ausgerechnet jetzt, wo es so richtig gemütlich wird, ziehen unbequeme Wolken am Horizont auf. Flüchtlingskrisen mit marschierenden Rechtspopulisten im Gefolge sind da vielleicht nur Fliegendreck. Die totale Überwachung und Manipulierung durch Tech-Giganten beginnt man auch erst nur zu ahnen. Das latente Risiko eines globalen Börsencrashs sehen vielleicht nur Insider, ebenso wie die wachsende Gefahr großer Stromausfälle oder weltumspannender Epidemien. Doch das sind alles nur Zirrwolken. Das richtige Unwetter ist erst im Anmarsch. Während meine eigene, sonnenverwöhnte Generation es vorzieht, in die andere Richtung zu schauen um dort den perfekten Sonnenuntergang am Lebensabend zu genießen, werden junge Generationen von gleich zwei Krisen gepeinigt: Existentielle Angst vor einer extrem unsicheren Zukunft einerseits, mangelnde Vorbereitung auf existentielle Gefahren andererseits. Mit anderen Worten: Sie finden sich vor einem mehrköpfigen Drachen wieder – doch wurden nie darin ausgebildet, auf’s Blut zu kämpfen. Wer nicht verzagen will, muss es sich freitags selbst beibringen.


Viel schwerer als die Sünde wiegt die Hoffnungslosigkeit. Denn wer fällt, kann sich wieder erheben und Vergebung empfangen. Sieben mal siebzig Mal. Doch was bleibt denen, die alle Hoffnung verlieren?

Peter Halldorf

Die Bibel hat gut gefüllte Waffenarsenale gegen Hoffnungslosigkeit. Denken wir nur an die „Frucht des Geistes“ aus Galater 5,22. Oder an die zahllosen Übungen, um unsere geistlichen Muskel für Kämpfe mit unbezwinglichen Drachen zu stählen, um das Parieren zu trainieren. Das Fasten ist etwa eine solche Übung. Regelmäßiger Verzicht macht wachsam, härtet ab gegen die Gier. Doch nur wer wirklich hofft, trainiert. Wer nicht weiß, was es zu gewinnen gibt, wird auch nichts einsetzen. Wer den Pokal nicht sehen kann, der kann ihn auch nicht wollen – und erst recht nicht dafür kämpfen. Konkrete Hoffnung tut also Not, greifbare Erwartung auf etwas sehr viel Größeres. Es stellt sich heraus: Hoffnung ist also das geheimnisvolle Öl in der Lampe*, das Glaube und Liebe leuchten lässt, wenn der Tag zur Neige geht. Hoffnung leuchtet. Hoffnung kann man zwar leben, aber nie teilen. Jeder ist selbst für seinen eigenen Docht verantwortlich. Wer jetzt trockenfährt, muss ganz alleine nachfüllen. Und es gibt nur eine einzige Tankstelle: Das leere Grab, Geburtsstätte des Neuen Himmels.



Himmel – darf’s ein bisschen mehr sein?!

Himmel, ja bitte. Weil Jesus auferstanden ist. Weil wir Jesus kennen. Weil Jesus im Heiligen Geist bei uns ist. Und weil wir schon deshalb wissen, dass der Himmel kein weltentrücktes Nirwana für Fromme ist. Sondern ein Zustand, der unsere allermenschlichsten Sehnsüchte fasziniert und erregt. Wem das zu weltfremd kling, mag weiterlesen wollen.

Liebe

Jeder Mensch sehnt sich nach Liebe und Anerkennung. Ich möchte annehmen, dass fast 90% unserer täglichen Handlungen und unterbewussten Entscheidungen darin wurzeln. Wie oben schon erwähnt, ist der Himmel das ultimative Paradies für alle Liebessüchtigen.

Leben

Der Überlebenstrieb ist der stärkste des Menschen. Wir wollen leben! Und das auf voller Bandbreite. Deshalb scherzen manche, sie wollen lieber die Freuden der Hölle als sich im Himmel langweilen zu müssen. Die Hölle scheint der Platz für Scherz, Sex und Fest zu sein. Schließlich wollen wir Leben! Die Annahme, der Himmel sei langweilig wie eine Schlaftablette birgt den Irrglauben eines monotonen, ideenlosen Gottes. Dabei war ER es, der die Zunge erfand, den Geschmack, das Feuer in den Lenden samt aller Nerven und Synapsen um es so richtig spüren zu können. Glauben wir wirklich, der Mensch habe den Spaß ersonnen?!


Von Hoffnung überrascht.

N.T. Wright

Körper, Stoff, Materie

Dass Jesus nicht als Geist, sondern in Fleisch und Blut auferstand, hat sich mittlerweile wohl herumgesprochen. Auch, dass er nur die erste Frucht der Auferstehung ist, und es viel passender wäre, von einer Neuen Schöpfung zu sprechen als vom „Himmel“. Die ganze Schöpfung sehnt sich nach Befreiung von der Vergänglichkeit (Römer 8,18-22). Werden Rosen dann zu stengellosen Geisterblumen und Tau feuchtlos? Wird Wasser zur trockenen Theorie und jeder Stein zur Seifenblase? Wohl kaum! Warum sollte die Neue Schöpfung ein unbefriedigendes Downgrade von der ersten sein? Allein das gibt unserer Phantasie mehr als genug Stoff, sich eine neue Schöpfung plastisch vorzustellen. C. S. Lewis‘ Findigkeit ist dies gelungen. Er beschreibt zum Beispiel den Biss in eine einzige himmlische Frucht als ein so sinnliches Erlebnis, dass in unserer Welt Kriege angezettelt würden, um in den Besitz dieser Frucht zu kommen.

Taten

Schon mal 1. Korinther 3,12-15 gelesen? Nicht nur unsere Körper, auch unsere Taten werden mit uns auferstehen. Alles, was wir in diesem Leben aus Glaube, Liebe, Hoffnung getan haben, wird uns in die Neue Schöpfung folgen (Offenbarung 13,14). Mit anderen Worten: Im Himmel werden wir z.B. nicht nur Bach lauschen und Rembrandt betrachten, sondern auch die Werke all jener namenlosen Künstler und Diener bestaunen, die in verborgener Treue Großes geleistet haben. Eine Gallerie der Ehre, durch die man verblüfft eine ganze Ewigkeit spazieren kann.

Himmel = Fortsetzung folgt!

Auch wenn nach Ostern manches anders war, so haben früher oder später doch alle den Auferstandenen wiedererkannt – am Aussehen, an der Stimme, an einer Handlung. Er war einfach Jesus, nicht irgendjemand. Auferstehung ist – wie die Bekehrung übrigens auch – eine Transformation, keine totale Veränderung: Das alte ist vergangen, Neues hat begonnen (2 Korinther 5,17). Wir werden eben nicht als Kühe wiedergeboren. Schon im ältesten Buch der Bibel wusste Hiob, dass er als der, der er ist und nicht als jemand anderes, Gott schauen wird: „…so werde ich doch Gott sehen. Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder“ (Hiob 19,26-27, Hervorhebungen von mir). Wenn das jüngste Buch der Bibel, die Offenbarung, noch eins obendraufsetzt und davon spricht, dass Menschen aus allen Nationen, Stämmen, Völkern und Sprachen vor dem Thron Gottes versammelt sind (z.B. Offenbarung 7,9) – allesamt Dinge, die erst in der Welt des Falles entstanden sind – dann ist glasklar, dass die Neue Schöpfung eine Fortsetzung der alten Schöpfung ist, nur transformiert, upgedatet und ohne destruktive Mächte. Auch das sollte unsere Phantasie mächtig anfeuern.

Essen, Trinken, Geschichten, Musik…

… und das sind nur ein paar Beispiele, die die Bibel explizit erwähnt, dass sie in der neuen Schöpfung vorkommen. Es ist ein leichtes, die Liste zu verlängern: Reisen, Tiere, Bäume, Wasser, Feste, Architektur… Jetzt mal ernsthaft: Warum glauben wir diesen unerträglichen Humbug immer noch, man könne nicht wissen, wie’s im Himmel ist? Wer den Pokal der Neuen Schöpfung klar vor Augen hat, der will ihn auch gewinnen. Ich für meinen Teil habe ein sehr klares Bild des Himmels, und dennoch wird es übertroffen werden. Genau deshalb will ich dorthin. Dafür lohnt sich jedes noch so harte Training.

Wie sollen wir denn leben?

Was bedeutet das praktisch? Bevor der Auferstandene ging, um zurückzuholen, was der Welt nach dem Fall entzogen wurde und was eines Tages die ganze Schöpfung erneuern wird – jenen himmlischen Zustand, den Himmel, Heim des Allmächtigen -, gab er uns eine einfache Beschreibung:


„Ihr werdet meine Zeugen sein.“

Jesus Messias

Wir sind seine Zeugen, Zeugen der Auferstehung und damit seines transformatorischen Geistes. Bis wirklich alles „wiederhergestellt“ wird, muss Christus – wie von den Propheten vorausgesagt – im Himmel** bleiben (Apg 3,21 NBH). Doch schon heute erneuert er unser Denken und damit unser Leben. Unterziehen wir uns einer täglichen Zweipunktkalibrierung zwischen Auferstehung und Auferstehung, norden wir uns auf Hoffnung ein, korrigieren Prioritäten und füllen uns mit dem Geist des Höchsten. Wer schon jetzt das Noch-nicht lebt, wird wie Jesus, macht den Himmel spürbar, lässt Blinde sehen und Lahme gehen, verströmt Glaube, Liebe, Hoffnung, selbst im Tal des Todes.

Wenn „Sündenvergebung“ sich heute also nicht mehr nach „Evangelium“ anfühlt, weil andere Verschuldungen der Menschheit die Welt in ernste Krisen treibt, dann wird es erst recht zu unserem Auftrag, die Auferstehung zu bezeugen und täglich neue Hoffnung zu pflanzen.

Apfelbäumchen zum Beispiel.

Dieser Tatendrang wird Frucht tragen.


* vergleiche mit Matthäus 25,8

** das hier verwendete griechische Wort ouranós bezeichnet wie im Deutschen sowohl den atmosphärischen als auch den geistlichen Himmel und ist darüber hinaus auch (ähnlich wie beim Wort kosmos) eine Bezeichnung für alles sichtare Sein – die Welt, das Universum.

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