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Wasser(NOT)stand

(Bild oben: Grafik aus dem Dürrebericht des Copernicus-Instituts vom August 2022)

(Grüne Hoffnung IX)

Auch unsere Nachbarn hatten diesen Sommer ein kleines Bauprojekt: Eine überdachte Terrasse mit Sichtschutzwand. Weil die Holzwand aber genau auf der Grundstücksgrenze stehen sollte, mussten wir unsere Genehmigung geben. Beim Besprechen der Pläne fragte ich, wo das Regenwasser denn hingehen sollte. Daran hatten sie noch gar nicht gedacht. Mein Nachbar sagte spontan: „Wenn du es willst, kannst du es haben.“ Ich wollte. Nun ist also die Entwässerung in eine Regentonne auf unserer Seite vorbereitet. Die eigentliche Regentonne fehlt halt noch. Sonst hätten wir bis heute schon viele hundert Liter zusammengesammelt in einigen wenigen, aber heftigen Regengüssen. Mit den provisorischen Eimern gelangen uns vielleicht nur fünfzig. Wasser ist ein sehr, sehr wertvoller Schatz, wenn es nur selten regnet und man Lebensmittel anbauen will.

Im wasserreichen Europa war uns das lange nicht bewusst. Auf einer christlichen Sommerkonferenz sprach ich mal über die Verantwortung der Gemeinde in der kommenden Klimakatastrophe. Unter anderem sagte ich, dass der Besitz eines Pools in Zukunft eher als kriminell, weniger als Luxus angesehen sein wird. Bei vielen Hörern fiel da die Kinnlade. Das konnte man sich nun wirklich nicht vorstellen. Einer war besonders entsetzt, erinnere ich mich. Er war nämlich gerade dabei, einen Pool zu bauen, auf den er offensichtlich stolz war. Dummerweise wohnt er aber in einem Landstrich, der 2022 ganz besonders von der Dürre betroffen war. Ich fürchte, sein neuer Pool ist dieses Jahr weniger zur Erfrischung als zum staubtrockenen Mahnmal geworden.

Persönlich denke auch ich schon sehr lange über eine Art „Pool“ nach. Nicht zum Planschen natürlich, sondern zum Sammeln des Regenwassers in großem Stil. In Deutschland hatten wir schon vor über zwanzig Jahren eine sieben Kubikmeter große Zisterne vergraben, in der unser Regenwasser für die Toilettenspülungen, das Gießwasser, im Winter sogar für die Wäsche gespeichert wurde. Auf diese Erfahrungen möchte ich aufbauen. Wenn mein Budget es zuließe, hätte ich auch hier schon längst etwas ähnliches installiert, nur besser. Mit einer integrierten, solarbetriebenen Trinkwasseraufbereitung des Regenwassers zum Beispiel. Denn die Wasserstände sinken, auch im Norden.

Und Jesus lobt immer wieder den Menschen, der klug und vorausschauend handelt. Ich möchte zu dieser Sorte Mensch gezählt werden und kein Dummkopf sein, der seinen Pool auf trockenen Sand gebaut hat.

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